Startseite Polen hat mehr „Einhorn“-Startups als die Niederlande und die Schweiz zusammen
Polen hat mehr „Einhorn“-Startups als die Niederlande und die Schweiz zusammen

Polen hat mehr „Einhorn“-Startups als die Niederlande und die Schweiz zusammen

  • Published: 8th Dezember 2021

Europa hatte in den letzten Jahrzehnten keinen allzu guten Ruf für die Startup-Kultur.

In gewisser Weise ist das verdient. Während in den USA und in Asien innovative, weltweit anerkannte Unternehmen im Wert von Milliarden und sogar Billionen von US-Dollar auf den Markt kommen, hinkt Europa hinterher und hat weit weniger Unicorns oder „Einhörner“ – private Startups im Wert von mehr als 1 Milliarde US-Dollar.

Aber das scheint sich zu ändern. In diesem Jahr hat McKinsey berichtet, dass „europäische Startups in einem noch nie dagewesenen Tempo gegründet werden“ und gezeigt, dass „die Gründung eines Startups inmitten der fragmentierten Wirtschaft auf dem Kontinents nicht unbedingt eine so schwierige Aufgabe sein muss“.

Laut Crunchbase hat sich auch „das Finanzierungstempo für europäische Startups beschleunigt“.

Und das Beratungsunternehmen EY weist darauf hin, dass „Europa die meisten Städte mit Unicorns hat … was ein guter Indikator für die Vielfalt des Startup-Ökosystems“ in der gesamten Region ist.

Zu den Neuzugängen in der Szene zählen unter anderem der schwedische Hersteller von Lithium-Ionen-Batterieun Northvolt, das niederländische Cloud-Telekomunternehmen MessageBird und der britische Zahlungsdienst Primer.

Viele Probleme

Zu den anhaltenden Hindernissen zählen die Regulierung, das Anziehen der richtigen Talente, das Fehlen eines einheitlichen Marktes mit einer einzigen Sprache sowie Geschäftskultur, Herausforderungen bei der Optimierung von Marketing auf dem gesamten Kontinent. Und nicht zuletzt Schwierigkeiten, große Finanzierungsrunden aufgrund von mangelndem Kapital in der Spätphase durchzuführen.

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von Politico stellt fest, dass Brüssel übermäßig darauf fixiert ist, europäische Herausforderer für die US-Giganten wie Google und Facebook zu schaffen. Das könnte sich als unmögliche Aufgabe erweisen und wäre ein weiteres Hindernis für die Förderung neuer Innovationen.

Dennoch erhielten EU-Startups im ersten Halbjahr 2021 mehr Risikokapitalfinanzierungen – 49 Milliarden Euro – als Asien oder die USA.

Aufschwung im Osten

London, Paris und Berlin beherbergen die meisten europäischen Startups.

Aber auch in Mittel- und Osteuropa scheint sich die Situation zu verbessern. Die Nachrichtenseite Sifted berichtete vor kurzem, dass Startups „Geld scheffeln“. Der Unternehmer Alexander Chachava aurgemntiert in einem Artikel von TechCrunch, dass vielversprechende Unternehmen „übersehen und unterbewertet“ bleiben.

Joanna Nagadowska, CoActive Coach bei Venture Capital Partnerships Google, schrieb kürzlich in einem Bericht: „Unternehmen, die in Mittel- und Osteuropa gegründet wurden, haben jetzt einen Gesamtwert von über 186 Milliarden Euro, 19 Mal mehr als in 2010. Die Risikokapital-Investitionen stiegen in den ersten neun Monaten 2021 auf 4,0 Milliarden Euro, bis Ende des Jahres werden 5,4 Milliarden Euro prognostiziert. Wir haben jetzt 34 Einhörner, die aus Mittel- und Osteuropa stammen.“

Polen hat viel Potenzial 

Tatsächlich übertrifft Polen mit 10 Einhörnern Hongkong, Japan oder Australien. Das ist mehr als Schweden und die Niederlande zusammen. Zu den Startups gehören LiveChat, Allegro und InPost.

“Polens starke Position stützt sich auf großartige technische Talente,” sagte Wojtek Sadowski, CEO und Mitbegründer von Packhelp, einem Online-Marktplatz für individuelle Verpackungslösungen, gegenüber MoneyTransfers.com. Das Unternehmen mit Sitz in Warschau erhielt 45,6 Millionen US-Dollar an Investitionen im Rahmen einer Serie B-Finanzierung im November 2021.

“Laut Dealroom gibt es in Polen mehr als 400.000 Ingenieure, doppelt so viele im Vergleich zu Rumänien. Es gibt auch einen guten Zugang zu inländischem Startkapital, was es mehr Gründern ermöglicht, ihre Produkte auf den Markt zu bringen und sich später um größere Investitionen aus dem Ausland zu bemühen,“ erklärte Sadowski.

“Im Laufe der Jahre haben wir auch einige bedeutende Technologie-Hubs aufgebaut, angefangen mit Warschau, wo Packhelp sich befindet. Sie tragen nun zum Wachstum des gesamten Ökosystems bei. Und schließlich beweisen die jüngsten Erfolge polnischer Startups wie DocPlanner oder Brainly, dass die Polen wissen, wie man Geschäfte auf internationale Märkte bringt” fügte Sadowski hinzu. 

MoneyTransfers.com hat im Folgenden einige der wichtigsten Zahlen aufgeschlüsselt.

Newsdesk
Geschrieben von
Newsdesk