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Analyse: Eurovision-Budgets werden immer kleiner

Analyse: Eurovision-Budgets werden immer kleiner

  • Published: 12th Mai 2022, 08:19

Das Gerücht gibt es schon fast so lange wie den Wettbewerb selbst: Die teilnehmenden Länder wollen den Eurovision Song Contest eigentlich gar nicht gewinnen, weil die Austragung im darauffolgenden Jahr zu teuer wäre.

Ob das tatsächlich stimmt, hängt natürlich stark davon ab, um welches Land es sich handelt, was es sich davon verspricht (Geopolitischen Einfluss? Mehr Touristen? Ein kulturelles Ereignis?) und ob es das mit dem Budget ausgleichen können .

Aber eine Recherche von MoneyTransfers.com hat gezeigt, dass die Gastländer in den letzten zehn Jahren es immer häufiger vorziehen, auf dem Geldbeutel sitzen zu bleiben.

Ersten Berichten lokaler Medien zufolge wird die diesjährige Veranstaltung in Turin (Italien) rund 16,3 Millionen Euro kosten, wobei 14,8 Millionen Euro von den Kommunalbehörden und 1,5 Millionen Euro von der nationalen Regierung kommen, ergänzt durch zusätzliche Mittel von Sponsoren.

Das ist nur ein Bruchteil der 60 Millionen Euro (inflationsbereinigt 89 Millionen Euro), die Aserbaidschan im Jahr 2012 ausgegeben hat – und darin sind die 100 Millionen Euro, die das Land für den Bau eines neuen Stadions ausgegeben hat, noch nicht mal enthalten.

Die Budgets (und eventuellen Kosten) der Veranstaltungsländer variierten in diesen zehn Jahren, von der hohen Summe von 44,8 Millionen Euro, die Dänemark 2014 ausgab, bis zu den bescheidenen 19.9 Millionen Euro, die man ein Jahr zuvor in Malmö (Schweden) gezahlt hatte.

Hier sind alle Zahlen auf einen Blick:

Jonathan Merry, CEO von MoneyTransfers.com, hatte Folgendes zu sagen:

„Im Laufe der Jahre wurde viel darüber diskutiert und sogar geforscht, ob die ESC-Austragung ihr Geld wert ist. Seit Israel im Jahr 1980 hat sich kein Siegerland mehr geweigert, Gastgeber von Eurovision zu werden. Aber es gibt immer wieder Spekulationen, dass einige heimlich auf einen weniger erfolgreichen Auftritt hoffen.

„Es mag daher nicht überraschen, dass es in den letzten zehn Jahren einen Trend zur Budgetsenkung gab, wie MoneyTransfers.com festgestellt hat. Turin 2022 liegt am unteren Ende der Statistik, obwohl Italien auch eines der Big 5-Länder ist, die automatisch am Wettbewerb teilnehmen, da sie die größten Gebühren an die Europäische Rundfunkunion entrichten müssen.“

Also buona fortuna, bonne chance, good luck, buena suerte und viel Glück an alle Teilnehmer an diesem Samstag. Das Team von MoneyTransfers.com wird mitfiebern.

Alle von MoneyTransfers.com analysierten Zahlen

Anmerkungen zu den Daten: Die Zahlen stammen aus Medienberichten zum Zeitpunkt der jeweiligen Veranstaltung und sollen einen Anhaltspunkt für die ungefähren Höhen der Budgets geben.

Die in der Infografik verwendeten Zahlen sind inflationsbereinigt.

Gastgeber Jahr Tatsächlich Angepasst an die Inflation 2022 Quelle
Baku, Aserbaidschan 2012 60 Mio. €
89 Mio. €
Quelle
Kopenhagen, Dänemark 2014 44,8 Mio. €
51 Mio. €
Quelle
Kiew, Ukraine 2017 37 Mio. €
41 Mio. €
Quelle
Wien, Österreich 2015 32,8 Mio. €
37,8 Mio. €
Quelle
Tel Aviv, Israel 2019 28,5 Mio. €
31,3 Mio. €
Quelle
Lissabon, Portugal 2018 23 Mio. €
25,6 Mio. €
Quelle
Malmö, Schweden 2013 19,9 Mio. €
23,1 Mio. €
Quelle
Rotterdam, Niederlande 2021 19 Mio. €
20,3 Mio. €
Quelle
Turin, Italien 2022 16,3 Mio. €
16,3 Mio. €
Quelle
Stockholm, Schweden 2016 14 Mio. €
16,1 Mio. €
Quelle
Newsdesk
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